Es ist die wohl größte Erfolgsstory der Branche: Die New York Times (NYT) wächst und wächst. Bei den jüngsten Geschäftszahlen für das abgelaufene dritte Quartal konnte die 1851 gegründete US-Tageszeitung erneut profitables Wachstum vorweisen.

Im Bilanzzeitraum zwischen Anfang Juli und Ende September legten die Erlöse der New York Times Company um drei Prozent von 417,3 auf nunmehr 428,5 Millionen Dollar zu. Der operative Gewinn gab nach den starken Vorgaben des Vorjahresquartals unter anderem wegen der gestiegenen Newsroom-Kosten leicht von 54 auf 44 Millionen Dollar nach, konnte damit die Analystenschätzungen jedoch deutlich übertreffen.

273.000 neue Abonnenten

Das Konzernergebnis erscheint angesichts des herausfordernden Umfelds auf dem Werbemarkt umso bemerkenswerter. Trotz eines Rückgangs der Werbeerlöse um 7 Prozent auf 113,5 Millionen Dollar gelang es der „Gray Lady“, dank des weiterhin steigenden Abonnentengeschäfts, das es bereits auf Umsätze von 267,3 Millionen Dollar bringt, anhaltendes Erlöswachstum zu vermelden.

Stolze 273.000 Abonnenten konnte die New York Times allein in den 92 Tagen des dritten Quartals hinzugewinnen. Der Löwenanteil der neuen zahlenden Leser entfiel wieder einmal auf die Online-Ausgabe, die allein 209.000 neue Abonnenten verbuchte – der höchste Wert an neuen Digital-Bezahlmitgliedschaften, den der 168 Jahre alte Traditionsverlag im dritten Quartal je ausweisen konnte.

NYT steht kurz vor dem Durchbruch durch die 5-Millionen-Abonnenten-Marke

Per Ende September bringt es die NYT damit bereits auf 4,1 Millionen Digital-Only-Abonnenten – eine massive Steigerung von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Binnen nur zwei Jahren hat sich die Anzahl ihrer Digitalabonnenten damit fast verdoppelt.

Inklusive der Printausgabe kann die New York Times nun gar 4,9 Millionen Abonnenten ausweisen. Das Medien-Powerhouse an der Eighth Avenue enthüllte im Rahmen der Quartalskonferenz zudem erstmals die Größe der internationalen Leserschaft. Bereits 500.000 Leser aus dem Rest der Welt beziehen die New York Times per Digital-Abo – der Löwenanteil davon aus Großbritannien, Kanada und Australien.

2 Millionen Abonnenten im Ausland in 2025 angepeilt

In der Zukunft soll der Leserschaft außerhalb des amerikanischen Heimatmarkts eine größere Bedeutung für die Erreichung der Wachstumsziele zukommen. So erklärte CEO Mark Thompson am Rande der Bilanzverkündung, dass die New York Times bis 2025  „mindestens zwei Millionen“ Abonnenten aus dem Ausland erwarte.

Für die Mitte der kommenden Dekade bekräftigte der Vorstandsvorsitzende der New York Times Company erneut das ambitionierte Unternehmensziel: Bis 2025 soll der Abonnentenstamm gar auf 10 Millionen zahlende Leser wachsen.

Content Marketing-Geschäft boomt weiter

Während Thompson einräumte, dass das digitale Anzeigengeschäft auch im Weihnachtsquartal vor „Turbulenzen“ stehe, konnte die New York Times Company indes deutliche Zuwächse von 36 Prozent im Bereich „Andere Erlöse“ vermelden, in die auch die boomende Content-Marketing-Sparte T Brand Studiosfällt, die von Adobe über Netflix bis Spotify Native Advertising-Inhalte für alle Mediengattungen produziert.

Wie das US-Unternehmen mitteilte, erzielte die Content-Marketing-Unit bereits Erlöse von 9,8 Millionen Dollar – maßgeblich durch die NYT-Dokumentarserie „The Weekly“, die seit Juni beim Spartenkanal FX Networks und Streaming-Pionier Hulu zu sehen ist.

Im laufenden Quartal rechnet die NYT zudem mit signifikanten Erlösen aus dem Lizenzgeschäft mit Facebook, durch das ausgewählte Artikel im neuen News-Segment der mobilen App des sozialen Netzwerks einlaufen. „Dies ist das erste Mal, dass ein Internetgigant aus dem Silicon Valley den Wert des Times-Journalismus auf seiner Plattform mit einer substanziellen mehrjährigen Gebühr honoriert“, würdigte Thompson die neue Partnerschaft.

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Ein Beitrag von editorial.media

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